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October 07 Wenn Vertrautes fremd ist...Ich bin zu Hause =) und hier ist alles ganz ungewohnt... seltsames Gefühl nach Hause zu kommen und die sonst gewohnte Umgebung, gewohnte Menschen, gewohnte Bilder, gewohnten Geruch neu zu empfinden. Meine letzte Woche war sehr wechselhaft. Einerseits die Freude auf zu Hause, andererseits waren ein paar Mitschüler, mit denen ich sonst viel zu tun hatte, in Spanien, weil sie an nem Austausch teilgenommen hatten. Wir haben eine Menge Tests zurückgekriegt und Noten erhalten, ich habe Unmengen Fotos von den Leuten gemacht, von denen ich morgen eine Auswahl hochladen werde, wir haben unser Klassenfoto gekriegt (von dem es zwei Versionen gibt - eins ist ok, das andere ist total daneben... werde meins mal einscannen evtl.) Die Woche war schon so gewohnt, dass mir grade kaum was einfällt zum Schreiben. Nur dass diese Woche in den Etuden wirklich langweilig war, weil ich bis Mittwoch meinen Brief fertig geschrieben hatte, um ihn noch einwerfen zu können und dadurch aber einfach rein gar nichts in den Etudes zu tun hatte... Gott, da fängt man dann entweder so Sachen an, wie irgendwas auswendig zu lernen, oder mal wieder Geschichten zu schreiben über unseren Frankreichaufenthalt und so unnötige Sachen, die man zu Hause nie machen würde... Unser freier Mittwochnachmittag war ebenso unspektakulär, weil wir nur in der Stadt waren um halt das Übliche einzukaufen und anschließend einfach mal wieder kreuz und quer durch Bourg-en-Bresse spazieren gegangen sind, um uns schließlich auf ner Parkbank niederzulassen und einträchtig sämtliche Artikel des "Spiegels" zu lesen... Unsere Sprüche sind mittlerweile alle auf einem Niveau: Man labert viel, wenn der Tag lang ist... und der arme Alex ist total deprimiert, dass er es noch zwei Wochen in Frankreich aushalten muss. Der ist fix und fertig und hat das Wochenende auch kein Internet mehr und muss mit ins Theater... der ist begeistert... Benedikt hat jetzt auch schon angedroht, früher abzureisen... gut, der hats auch nicht nötig, noch länger zu bleiben - der schreibt bessere Noten als die Franzosen in allen möglichen Fächern und erzählt manchmal Romane von Gott und der Welt... Mein erster Flug war, na ja, amüsant... als ich mich von meinem Gastvater verabschiedet habe und durch die Sicherheitskontrolle bin, war noch alles okay. Habe mich dann da in diese Wartedingshallen gesetzt, weil ich noch ne halbe Stunde Zeit hatte... Nach 45 Minuten habe ich dann Panik gekriegt, weil keinerlei Durchsage kam und mein Flieger laut Ticket schon vor zehn Minuten weggeflogen war... nach 50 Minuten - ich, den Tränen nahe - kam dann endlich die Erlösung: das Flugzeug hat mindestens eine Stunde Verspätung... Das Fliegen selbst dann fand ich toll, bei Nacht über große und kleine beleuchtete Lichtermeere war toll... Die Ankunft und das Wiedersehen meiner Eltern und meines Bruders war noch besser. Es ist ein nicht zu beschreibendes Gefühl, jemanden wieder in die Arme zu schließen, denn man "so lange" nicht gesehen hat. Dabei waren es jetzt nur fünf Wochen, andere gehen gleich für ein ganzes Jahr weg... Deshalb auch abends noch bis um ein Uhr erzählt und Mousse-au-chocolat gegessen^^ Heute morgen wurde ich schon angerufen und willkommen geheißen und für heute Abend eingeladen, darauf freue ich mich grde und deswegen lade ich die Bilder jetzt auch noch nicht hoch, weil ich da grade keine Zeit für habe. Ich würde gerne dieses Gefühl beschreiben, nach Hause zu kommen. Ich habe mich jetzt fünf Wochen an ein völlig anderes Leben gewöhnt und bin jetzt wieder "zu Hause". Man macht sich so komische Gedanken darüber was "zu Hause" eigentlich ist, wie es aussieht, wie es sich anfühlt, wie es riecht... Irgendwie toll... Mit meinem Vater war ich heute schon in der Stadt, der hat es total genossen mich um sich zu haben, lol^^ Die nächsten paar Wochen werde ich nicht mehr schreiben, mein letzter Eintrag also vorerst, die Bilder lade ich morgen noch hoch, für die, die es interessiert, ansonsten wünsche ich euch schöne und erholsame Ferien! October 01 FamilientagMomentanes Befinden: extrem hippelig. Den ganzen Tag über total genervt, wollte einfach nur in irgendeinem Bett liegen, schlafen und nichts tun, stattdessen mal wieder Kirchen besichtigt und ne Messe "pour les jeunes" besucht. Jeunes ist hier irgendwie sehr weitläufig. Die Messe war höchstens für unter 10jährige gedacht... und der Pfarrer war mir zu allem Überdruß höchst unsympathisch. Was solls... Ansonsten war das heute ganz cool. Wir haben die Großeltern väterlicherseits besucht und die wohnen in einem richtigen alten, teuren Viertel von Lyon auf dem Berg mit einer geilen Aussicht, aber schwer zuwegbar durch steile Serpentinen in Häuserschluchten. Aber wir haben drei Stunden gegessen. Das gibts nicht. Das ist so eine Zeitverschwendung hier. Also natürlich isst man nicht die ganze Zeit, aber so lange sitzt man aufjeden Fall am Tisch. und das war fast vornehm - mit zwei Gläsern, zwei Messern, usw... Und das beste Silberbesteck, total schwer mit zahlreichen Gravuren und Verzierungen... Total schön... Zuerst gabs zum Empfang irgendwelche Knabbereien, dann Salat (mit Baguette), dann Reis mit Pilzen, Hühnchen und Omelette (dazu Baguette), dann einen geilen Käse (mit Baguette) und zu guter letzt Obstsalat mit unverschämt guten "Gourmandise". So leckere Teilchen habe ich noch nie gegessen. Hammer. Mandelkrokantblatten, kleine knatschige Meringuen mit Nougat und bester Schokolade gefüllt... Fies, echt fies... Gestern war sehr unspannend. Gearbeitet und etliche Stunde Klavier gespielt und abends ein Reaktions- / Schnelligkeitsspiel gespielt. War cool... Mache Schluss, ist spät und morgen heißts frühaufstehen für die vorerst letzte Woche. Ist also auch mein vorerst letzter Eintrag bis auf Weiteres... Mal schauen, eigentlich gehört ja auch Ankunft noch bisschen mit rein... Okay. Achso, habe vergessen zu erzählen, warum ich hippelig bin - nach dem anstrengenden, langweiligen Tag, haben wir auf der Rückfahrt im Auto angefangen komische französische, aber auch internationale Lieder zu hören und zusammen mit meinem Gastschwesterchen gesungen und anschließend habe ich ihr aus einem Kinderbuch vorgelesen und weil das nicht schlecht geklappt hat und wir viel zu lachen hatten, extrem viel zu lachen, bin ich grade total aufgekratzt... Bonne nuit. |
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