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December 17 Finalz u H a u s e. komisch. aus dem Kofferleben vorbei, wobei bis jetzt noch alle Sachen wild in meinem Zimmer verstreut sind. Vorallen Dingen Kleinteile. Problem: Ich realisiere das momentan irgendwie nicht wirklich. Ich fühle mich wundersam. Freudig wieder in meiner Familie zu sein, Traurig Freunde verlassen zu haben, Freudig euch wieder zu sehen, Verwundert in einen Alltag zurückzukehren, der mir vertraut ist, aber denn ich noch nicht gewöhnt bin. Ich weiß nicht, wie Frankreich mich verändert hat. Das Problem ist, dass sich hier entweder nichts geändert hat, oder alles und in beiden Fällen muss ich mich damit erst zurechtfinden. Ich bin insgesamt glücklich, über die Erfahrung(en), die ich gemacht habe. Mal das Internat abgezogen. Auslandsaufenthalt ja, Organisation sollte geplant sein, und man sollte wissen auf was man sich das eingelassen hat. Ich muss ganz klar sagen, dass wir nicht richtig vorbereitet waren oder anders gesagt nicht richtig "aufgeklärt". Es hat uns keiner gesagt vorher, dass man als Interner Schüler, den ganzen Tag IN der Schule verbringt, dass man da keinen Sport macht, dass man in Frankreich zum Arbeiten trainiert wird, eigenständige Leistung aber sogut wie gar nicht gefördert und überhaupt gefordert wird. Sachen, die man uns vorher hätte sagen können. Meiner Meinung nach. Natürlich kann man damit zurechtkommen. Irgendwie ging es ja auch. Ich habe meinen Flug gestern selten genossen - zwischen Frankreich und Deutschland im Nichts. ich glaube, nirgends is es einfacher. Ich danke euch, dass ich wusste, dass ihr für mich da wart. Danke für eure Mails. Der erste Spuk ist vorbei. Freue mich auf meinen ersten Schultag morgen mit euch. December 15 EndlichkeitenDie Woche war glaube ich die Beste. Sie ging im Grunde zu schnell rum. =) Ich hatte durchgehend gute Laune, die bis jetzt anhält. Und nocheinmal schlafen und ich bin zu Hause. Komplett. Bevor ich nach Frankreich gefahren bin, hatte ich ein Bild davon, wie ich mich am letzten Tag verabschieden würde. Heute hat das Ganze Gesichter bekommen. *seufz* Ich ärger mich sehr, dass ich mich in Deutschland nicht verabschiedet hatte, dass ich davor geflüchtet war. Ich weiß nicht, ob es meine Vorfreude auf zu Hause ist, oder die Freude über die Freunde und die Freude die ich hier die letzten zwei Wochen hatte, die mich so glücklich machen grade. Wahrscheinlich beides. Es war übrigens auch die Freude über eure Emails und Briefe, von denen ich selten zehren konnte, diese Woche. Ich werde heute Abend denke ich noch ein paar schreiben, auch wenn ich so gut wie zu Hause bin. lol. Selbst der Abschiedsschmerz, war eher von glücklicher Natur, diese Menschen kennengelernt zu haben und so von ihnen aufgenommen gewesen zu sein. Gleichzeitig wie Weihnachten, weil ich viele kleine Geschenke und Briefe gekriegt habe. Bin komplett überwältigt. Und die Vorfreude auf Morgen und auf Montag ist ebenso wenig auszuhalten. Wahrscheinlich mache ich kein Auge zu. Ich habe heute Nacht schon schlecht geschlafen, wahrscheinlich geht heute gar nicht. Ich bin so angespannt... Ich freue mich sogar darauf, mich zu Hause erst wieder einleben zu müssen. Verquere Welt alles. Noch einmal schlafen. Noch einmal fliegen. Ich schreibe denke ich Sonntag noch mal, wenn ich so halber in Deutschland bin. Und drei Monate Frankreich hinter mir habe (?!!) December 10 "J'ai mangé du pain blanc"Expression, im Gegensatz zu "J'ai mangé du pain noir", bedeutet so viel wie, ich habe ein schönes Erlebnis hinter mir. Dabei habe ich heute eigentlich zum ersten Mal meinem französischen Leben Graubrot gegessen, beim Bürgermeister von Annecy^^ Heute bin ich so guter Laune, dass ich dieses Sprichwort auf meinem gesamten Frankreichaufenthalt anwenden kann. Fange aber bei gestern an: Tagsüber nicht so sehr viel gemacht, irgendwie, Besuch war da, wir haben mal wieder zweieinhalb Stunden nur zu Mittaggegesssen, mit allen Gängen..., anschließend habe ich anderthalb Stunden Klavier gespielt mit einem dreiköpfigen Publikum aus lesenden Gastfamilienmitgliedern. Dann Messe, weil Sonntag, also heute keine Zeit dafür war, und anschließend das große Fondue essen mit der Equipe der Notre-Dame Kirche, derer meine Gastfamilie angehörig ist. Mit vierzig Leuten Fondue essen hat extrem viel Spaß gemacht und ich hatte viel Gelegenheit zum Erzählen. Allerdings wieder erst um zwölf im Bett gewesen. Heute morgen direkt nach dem Frühstück auf dem Weg nach Annecy gemacht, wo die Mutter meines Gastvaters heimisch ist - direkt im Stadtzentrum. Annecy ist eine wunderschöne Stadt in den Alpen, mit einem wunderschönen See und ich bin hin- und hergerissen, ob ich in Annecy oder Génève studieren werden will. Das Wetter war perfekt, perfekt auch zum Foto machen. Auf dem Rückweg der Autofahrt haben wir französische Zungenbrecher und Devinate (gibts das Wort wirklich im Deutschen? - glaube nicht: "Ratespiele"). Danke für eure Emails. Ich bin euch unendlich dankbar. Ich freue mich wahnsinnig auf euch. Liebsten Dank für Deinen Brief! Schön, wenn man durch Freundschaft alles teilen kann. Zum Antworten ist es mir leider zu spät. Evlt. nächste Woche. Denke, ich werde nächstes Wochenende noch mindestens einen Eintrag schreiben. Was danach mit dem Blog hier passiert, weiß ich nicht. Er zwar nur für "Frankreich" gedacht, aber ich habe Spaß dran gefunden. Habe gewisse Projekte im Kopf, die ich lustig wäre zu verwirklichen, aber das stelle ich sowieso erst mal so lange zurück, bis ich mich wieder zu Hause eingelebt habe, und mich schulisch wieder auf nem festen Boden bewege. Bin so gut wie zu Hause. December 09 Regenlichtmein letztes Wochenende steht also schon an. Die Woche ging schnell vorüber, sehr schnell. Im Grunde, gab es mal wieder einige negative Punkte, was die Behandlung der Internen betrifft, aber das bin ich ja gewohnt. Um genau zu sein, fanden diese Woche (und nächste Woche wieder) die Eltersprechabende statt. Hier gibt es keinen ganzen Tag für alle Schüler, sondern für jede Stufe einen Abend, dadurch sind an diesen Abenden aber ALLE Räume besetzt, inklusive den Sälen, in denen sonst die Etudes stattfinden. Dummerweise sind unsere Zimmer aber bis neun Uhr verschlossen. Ich hatte zum Beispiel Donnerstagabend fünf Stunden Etudes, weil die letzten beiden Stunden HGéo ausgefallen sind, ohne Raum/Platz/Möglichkeit zum Zurückziehen/Arbeiten, war das schlicht und ergreifend beschissen. Wir wurden letztendlich in das Zweitgebäude, in den Naturwissenschaftstrakt ausquartiert... Und nächste Woche das gleiche Spektakel. Nebenbei sind die Termine für die Sitzungen echt penibel verteilt. Ich glaube das geht hier im acht, oder neun Minutentakt. Ein Beispieltermin sieht ungefähr so aus: Mme F.: 16:57h - 17:06h. Als ob das so genau eingehalten werden könnte. ... Gestern also waren wir auf der "Fête des Lumières", in Lyon, in der Stadt des Lichtes, wie ich jetzt mittlerweile weiß. Es fing absolut genial an, es war insgesamt absolut beeindruckt einziges Haken - es hat fürchterlich geregnet, und es war bereits nach einer Stunde extrem unangenehm, da ich bis auf die Socken durchnässt war und erbärmlich gefroren habe. Jedes Jahr am 8. Dezember wird dieses Fest gefeiert und es kommen jedes Jahr mehrere Millionen Touristen in die Stadt um an den verschiedenen Plätzen, die verschiedenen Lichterspektakel zu betrachten. Erstaunlicherweise, haben mich aber fast weniger die technisch-ermöglichbaren Lichteffekte faszniert, als vielmehr die Tatsache, dass sämtliche Fenster mit Kerzen ausgeleuchtet sind. Man geht durch die Straßen und in jedem Fenster leuchten kleine Kerzchen. Ich habe leider keine (!) Photos gemacht gestern, dank des Regens, aber ich werde zur Veranschaulichung paar Bilder noch suchen im Net. Heute Abend gehen wir (irgendwo) Fondu essen, ich glaube mit einer kirchlichen Veranstaltung, und morgen geht es, egal bei welchem Wetter, nach Annecy. Das heißt mein Wochenende ist ordentlich voll, wird umso schneller (*seufz?*) vorübergehen und dann beginnt die letzte Woche. Die 5er-Woche, da es ab Montag nur noch fünf Tage bis zu meiner Rückkehr sind. Die Woche wird wahrscheinlich furchtbar, weil ich total hippelig und so voller angespannter Vorfreude auf zu Hause sein werde, dass mir die Konzentration zu allem fehlt (und die Zeit dadurch wohl überhaupt nicht voranschreitet...) Außerdem schreibe ich Mittwochnachmittag über drei Stunden das "Mock exam" mit - Vorprüfung für das Cambridge-Examen, das man hier absolvieren kann. Die Kosten liegen bei 160€ (im Grunde bekloppt, für ein Blatt Papier. Okay, es hat ne Verifizierung und ist ich-weiß-nicht-was) und gelernt wird mir einem Oxford-Buch. Verstehe das wer will. Gestern haben wir schon den Listeningpart vorgezogen, damit das Mittwoch nicht ganz so spät wird. Das war aber irgendwie geil. 40 Minuten Kassette hören, die auch sämtliche Anweisungen beinhaltete "Turn now to page 34". Quasi, Unterricht vom Band - Lehrer nicht erforderlich. Ach, was ich auch mal anmerken muss - hier gibt es jede Woche mindestens ein Mal Feueralarm. Unübertrieben. Dumm ist, dass das schon gar nicht mehr ernst genommen wird und daduch im Ernstfall die meisten der Schüler, im Glauben, es handeln sich um eine Farce, drinnen bleiben würden. Ziel verfehlt, sozusagen. December 03 GénèveDer Tag fällt eigentlich weniger unter die Kategorie "Frankreich", da ich heute in Genf war. Allerdings ist Génève francophone, französischsprachig. War extrem toll. Ich finde Genf wahnsinnig schön, zumindestens das was ich jetzt heute gesehen habe. Die alten großen Stadthäuser, liebevolle Verzierungen, ich werde vielleicht gleich zwei, drei demonstrative Bilder hochladen. Nur das Ampelsystem hat sich mir nicht ganz erschlossen. Und meine Familie war jedesmal total begeistert, dass die Ampel, bevor sie auf grün umspringt, rot UND orange ist... Die Fahrt nach Genf war mindestens genauso schön. Die Autobahn heißt die "Weiße Autobahn", und ist wunderschön angelegt. Teilweise sind die entgegengesetzten Fahrbahnen auf zwei Ebenen, oder einmal fährt man über eine Brücke, die ein Tal verbindet, in dem tief unter einem die Stadt Nuanta leuchtet. War beeindruckt. In Genf selbst haben wir ein Museum besucht, Natur- und Evolutionsgeschichte. Alles zwar schon mal gesehen, auf Französisch aber sehr interessant zum Vokabeln lernen. Teilweise waren auch deutsche Übersetzungen angegeben. Hat aufjeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Zu Essen gab es jetzt die dritte Variante einer "Tarte au sucre", heute war es aber die Beste, denn: warm und mit Himbeeren und Mandeln. Ist im Grunde auch egal, aber nachdem mir diese seltsame Spezialität das erste Mal mit einem Papptellerboden präsentiert wurde, war ich nicht sonderlich überzeugt von. Ich hoffe, euch gehts gut. Ich denke viel an euch. Keine zwei Wochen mehr!! Bis Bald December 02 CountdownWenn ich am Schreibtisch sitze und aus dem Fenster schaue, sehe ich Nachbars Garten. Wenn ich ich mich ganz an den linken Rand meines Schreibtisches setze, sehe ich Nachbars Bungalow. Jeden Samstag, während ich an meinem Schreibtisch sitzend Hausaufgaben mache, kann ich meine Nachbarin beobachten, wie sie ihre Wäsche morgens draußen aufhängt. Sortiert. Nach Hosen, Hemden, Pullover. Unterwäsche auf einem extra Ständer. In einer halben Stunde werde ich beobachten können, wie meine Nachbarin, ihre Wäsche abhängt. Auf meinem Schreibtisch steht eine Flasche "Boomerang" (25cl Alc. 5.9% vol.). Diese Flasche steht dort seit dem 4. September. Seit ich hier das erste Mal saß. Seitdem diese Flasche da steht, dient sie als Vase. Ihr Inhalt: seit drei Monaten das gleiche Wasser und die damals schon vertrockneten Blumen, sowie ein Fähnchen mit der Aufschrift "Anaelle" - der Name meiner Gastschwester. Mein Gastbruder hatte heute Damenbesuch und hat sie allen Ernstes durch dieses Haus "geführt". Ich weiß nicht, auf die Idee käme ich hier jetzt nicht unbedingt. En effet, ich bin grade ganz komisch drauf. Ich hab noch zwei Wochen von mir, keine vierzehn Tage mehr und ich fange schon an Bilanz zu ziehen, fühle mich nicht mehr bodenlos, weil ich mich momentan einfach "in" Frankreich fühle, aber dieser Boden ist nur ein Zwischenboden, bis ich wieder zu Hause bin. Das ich innerlich geteilt bin, merke ich in den Momenten, in denen ich eure Mails lese, in denen ich mit meinen Eltern telefoniere. Alex ist gestern nach Hause gefahren. Im Grunde hätte ich mitfahren können, aber ich habe das Gefühl, Frankreich "zu Ende bringen" zu müssen. Ich habe es angefangen, also beende ich es auch. Vielleicht macht es mir auch Spaß, das Gefühl des Glücklichseins aufzuschieben. Beziehungsweise, anders gesagt schiebe ich den Tag vor der Konfrontation mit der Veränderung und den Anforderungen zu Hause vor mir her. Außerdem habe ich Angst vor zu Hause. *seufz*. Insbesondere vor der Schule. Ich habe Angst davor, mich wieder neu einleben zu müssen, wieder neu einzugewöhnen. Ich habe jetzt hier in Frankreich wieder drei Wochen dazu gebraucht, bis ich mich eingelebt/eingewöhnt hatte. Ich habe Angst vor unzuerwartbaren Ereignissen, Veränderungen. Veränderungen, von denen mir keiner erzählen kann, weil sie nur für mich von Bedeutung sind. Es ist jetzt schon schmerzlich Bilanz zu ziehen, wenn ich betrachte, wer sich von meinen Freunden bei mir gemeldet hat, und wer gar nicht. Wie wird das erst sein, wenn ich zu Hause bin... Auch habe ich Angst vor dem Nachlernstoff und die Aussicht auf eine vollkommene Einspannung durch die Schule. Das ist das, was ich mit meinen Gefühl, mich geteilt zu fühlen, meine. Ich habe hier in Frankreich Boden unter Füßen, durch meine Gastfamilie, die Freunde in der Schule, die Routine im Internat, aber gedanklich bin ich teils zu Hause, teils hier. Wenn ich Mails mit Neuigkeiten von zu Hause hören, wo ich grade nicht sein kann, wird es mir umso bewusster, dass ich bald wieder in diesem anderen Leben sein werde, mit euch, und dass ich dann eine ganze Menge "aufholen" muss. Und je näher der Tag meiner endgültigen Rückreise jetzt doch rutscht, desto mehr bin ich gedanklich bei euch. Desto mehr spekuliere ich. Danke, für eure Emails, ich bin dabei zu antworten. |
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