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May 11 .farbenpunkteAnna und Christian. Christian ist der Hobbyfotograph die letzte Woche gewesen. Zivi, will Maschinenbau studieren, hat Anna am Flughafen kennengelernt und fährt am Montag, 11. Mai nach Hause
links Christoph, der 30jährige lustige Österreicher, rechts Edward, der 40jährige (oder so) Weltenreiser. Die zwei waren zwei Wochenlang nur im Doppelpack unterwegs, sehr lustiges Gespann. Edward ist gestern nach Hause geflogen, Christoph ist noch eine Woche hier.
Unsere Truppe“ der ersten zwei Wochen. Von links nach rechts: Martin, Verena, Igor, Christian, und ich, auf der Fähre von Gozo zurück nach Malta. Im Grunde fehlen ein bisschen Jana, Christoph und Edward, mit denen wir sonst am Strand auch unterwegs waren.
Ei, das war ein Heidenspaß, diesen Hund habe ich gefühlte 2h beobachten dürfen, wie sein Herrchen ein Bällchen ins Wasser schmiss (von der 10m hohen Strandpromenade) und dann sein Hundchen danach suchen ließ, der ehrgeizig kein einziges Mal aufgab und in einem Affenzahn über den Strand gehetzt ist.
Hum, zurück zu Bootsfahrt. Auf so einem Schiff haben wir diesen kalten Freitagabend verbracht um …. …. Dieses Feuerwerk zu sehen. Wobei dieses Bild tatsächlich nichtssagend ist, ohne die synchronisierte Musik. Samstagabend war nochmal wesentlich beeindruckender und ergreifender, weil wir von der Musik, die über den Hafen schallte regelrecht gefangen genommen wurden.
.overtaking? takover!Die Sonne lacht, der Strand lockt, Golden Bay ruft! Anna und Marcia wollen Busfahren. Der undurchsichtige Busfahrplan gibt für diesen Fall ungefähr folgende undurchsichtige Auskunft: 65, Sliema - GoldenBay, 15/20mins. Aha, der Bus fährt also von Sliema zum GoldenBay alle 15 oder 20 Miinuten. Sliema bis St.Julians hat etwa 20 Bushaltestellen. Anna und Marcia sind zuversichtlich einfach irgendeine zu nehmen. Anna und Marcia warten also an einer namenlosen Busstation mit Blick aufs Meer. Es ist etwa 11.00h. Bis 11.10 fahren 7 Busse an den zwei vorbei: Nummern 64, 62, 62, 64, 68, 652, 62. Bis 11.30 kommt kein einziger Bus mehr. um 11.40 eine klapprige 65. 15 oder 20min sind einfach ein dehnbarer Begriff. Marcia und Anna winken. Sonst halten die Busse gar nicht erst an. Der Bus wird langsamer, Anna und Marcia japsen in den fahrenden Bus. Sie bezahlen ihr "OneDayTicket" für 3,49€ und suchen sich eine zu kurz gebaute Sitzbank aus. Der Busfahrer hupt, gibt Vollgas und brettert weiter. Anna und Marcia amüsieren sich. Damit sie nicht an die Decke hopsen, müssen sie sich an des Vordermannslehne angebrachten Griff festhalten. Der Busfahrer dreht den Radiosender auf. Die im Bus verteilten Lautsprecher dröhnen uns mit dem Radiosender "Magic" voll, der grade offensichtlich nur SommerSonnenMusik drauf hat. Anna und Marcia amüsieren sich nunmehr über die guteLaune des Busfahrers und die als Sonnenschutz an der Windschutzscheibe angebrachte Deutschland-Grabgesteck-Flagge. Der Bus passiert einen weiteren Hubbel und noch ein Schlagloch und Marcia und Anna entdecken endlich die Stopfäden des Busses. Keine Knöpfe: Schnüre. zwei lange Schnüre links und rechts, die sich über den ganzen Bus entlang ziehen und beim Busfahrer in einer mechanischen Glocke enden. Der Busfahrer hupt mal wieder. Wir glauben, er wollte blinken. Das nächste Schlagloch macht Anna und Marcia leicht hüpfend und erneut lachen. Marcia und Anna kommen aus dem sich amüsieren eigentlich gar nicht mehr raus, geben aber zu, dass das Amüsieren die einzige Chance ist, den Buszustand nicht furchtbar zu finden. Mit heiterem Gemüt lassen sich alle maltesischen Seltsamkeiten erleben...
April 30 .der sturm heult!Mo, 27. April 2009 >21.11 In Malta mit flauen Gefühl angekommen, erwartete mich ... *luftholen* kein Transferdienst am Flughafen. Allerdings auch nur deshalb, weil das vorhaltende Chaos in meinem Kopf davon abhält, Reiseinformationsunterlagen zu lesen, die eindeutig beschreiben, zu welchem Stand der Reisende sich begeben soll. Gastfamilien sind wie eh und je ein Geschichte für sich. Meine Dritte mittlerweile spricht Maltesisch, Englisch, Italienisch und ein bisschen Französisch, lebt in einem der kleinaußenfassadigen, unüberschaubargroßen innerlichräumlichen Reihenhäuser, die hier in Sliema dicht an dich stehen. Auch in chaotischer Manier. Genauso wie in chaotischer Manier Sliema, in Reihenhausmanier an Valetta, St.Julians, Gzira und noch ein paar mehr Orten klebt. Richtig gelesen: es ist ein Katzensprung in die Hauptstadt. Malta ist winzig. Sollte das Wetter interessieren!: Es ist ungemütlich. Um den Reihenhauskomplex weht ein Wind, der einen das Fürchten lehren will. Dabei hat mein Zimmer zwar netterweise eine quadratmetergroße "Terrasse", aber die "Terrassentür" - eine zum schieben, weil der Radius der Terrasse sicherlich zu klein wäre für eine normale Tür - lässt sich entweder nicht rechts oder nicht links zuziehen. Zu kurz geplant, keine Ahnung, bei mir ist die nächsten vier Wochen Tag der offenen Tür. Auch schön. Wusstest Ihr, dass das brutalstmögliche Geschenk zugleich das nettestmögliche sein kann? Die Lektüre der Murmeltiere kann ich in dem Fall nur empfehlen. Auf ein baldiges, heute Abend ist "Welcome-Party" in der Mojito-Bar angesagt. April 25 .chaos im abstrakten packIst es Spontaneität, wenn ohne System ein Koffer vollgestopft wird? Spontaneität, weil ein systemloser Koffer Spontaneität im schlimmsten Fall erfordert. Oder ewige Naivität zu glauben "es wird schon werden"? Fasznierenderweise versteckt sich im Kofferpacken immer auch die Chance, das zuHause-Leben auf 100l zu dezimieren. Ein abgestecktes Kofferinhalt-vs.-Peripherie-Verhältnis gibt es aber nicht. Dafür sind Kofferinhalte zu konkret und abstraktes Kofferpacken zu abstrus. February 08 .endrunde
rund ums Abitur... es sei faszinierend. Und so sehr man mir es auch anlasten will: Es ist einfach 'einmalig' December 17 Finalz u H a u s e. komisch. aus dem Kofferleben vorbei, wobei bis jetzt noch alle Sachen wild in meinem Zimmer verstreut sind. Vorallen Dingen Kleinteile. Problem: Ich realisiere das momentan irgendwie nicht wirklich. Ich fühle mich wundersam. Freudig wieder in meiner Familie zu sein, Traurig Freunde verlassen zu haben, Freudig euch wieder zu sehen, Verwundert in einen Alltag zurückzukehren, der mir vertraut ist, aber denn ich noch nicht gewöhnt bin. Ich weiß nicht, wie Frankreich mich verändert hat. Das Problem ist, dass sich hier entweder nichts geändert hat, oder alles und in beiden Fällen muss ich mich damit erst zurechtfinden. Ich bin insgesamt glücklich, über die Erfahrung(en), die ich gemacht habe. Mal das Internat abgezogen. Auslandsaufenthalt ja, Organisation sollte geplant sein, und man sollte wissen auf was man sich das eingelassen hat. Ich muss ganz klar sagen, dass wir nicht richtig vorbereitet waren oder anders gesagt nicht richtig "aufgeklärt". Es hat uns keiner gesagt vorher, dass man als Interner Schüler, den ganzen Tag IN der Schule verbringt, dass man da keinen Sport macht, dass man in Frankreich zum Arbeiten trainiert wird, eigenständige Leistung aber sogut wie gar nicht gefördert und überhaupt gefordert wird. Sachen, die man uns vorher hätte sagen können. Meiner Meinung nach. Natürlich kann man damit zurechtkommen. Irgendwie ging es ja auch. Ich habe meinen Flug gestern selten genossen - zwischen Frankreich und Deutschland im Nichts. ich glaube, nirgends is es einfacher. Ich danke euch, dass ich wusste, dass ihr für mich da wart. Danke für eure Mails. Der erste Spuk ist vorbei. Freue mich auf meinen ersten Schultag morgen mit euch. December 15 EndlichkeitenDie Woche war glaube ich die Beste. Sie ging im Grunde zu schnell rum. =) Ich hatte durchgehend gute Laune, die bis jetzt anhält. Und nocheinmal schlafen und ich bin zu Hause. Komplett. Bevor ich nach Frankreich gefahren bin, hatte ich ein Bild davon, wie ich mich am letzten Tag verabschieden würde. Heute hat das Ganze Gesichter bekommen. *seufz* Ich ärger mich sehr, dass ich mich in Deutschland nicht verabschiedet hatte, dass ich davor geflüchtet war. Ich weiß nicht, ob es meine Vorfreude auf zu Hause ist, oder die Freude über die Freunde und die Freude die ich hier die letzten zwei Wochen hatte, die mich so glücklich machen grade. Wahrscheinlich beides. Es war übrigens auch die Freude über eure Emails und Briefe, von denen ich selten zehren konnte, diese Woche. Ich werde heute Abend denke ich noch ein paar schreiben, auch wenn ich so gut wie zu Hause bin. lol. Selbst der Abschiedsschmerz, war eher von glücklicher Natur, diese Menschen kennengelernt zu haben und so von ihnen aufgenommen gewesen zu sein. Gleichzeitig wie Weihnachten, weil ich viele kleine Geschenke und Briefe gekriegt habe. Bin komplett überwältigt. Und die Vorfreude auf Morgen und auf Montag ist ebenso wenig auszuhalten. Wahrscheinlich mache ich kein Auge zu. Ich habe heute Nacht schon schlecht geschlafen, wahrscheinlich geht heute gar nicht. Ich bin so angespannt... Ich freue mich sogar darauf, mich zu Hause erst wieder einleben zu müssen. Verquere Welt alles. Noch einmal schlafen. Noch einmal fliegen. Ich schreibe denke ich Sonntag noch mal, wenn ich so halber in Deutschland bin. Und drei Monate Frankreich hinter mir habe (?!!) December 10 "J'ai mangé du pain blanc"Expression, im Gegensatz zu "J'ai mangé du pain noir", bedeutet so viel wie, ich habe ein schönes Erlebnis hinter mir. Dabei habe ich heute eigentlich zum ersten Mal meinem französischen Leben Graubrot gegessen, beim Bürgermeister von Annecy^^ Heute bin ich so guter Laune, dass ich dieses Sprichwort auf meinem gesamten Frankreichaufenthalt anwenden kann. Fange aber bei gestern an: Tagsüber nicht so sehr viel gemacht, irgendwie, Besuch war da, wir haben mal wieder zweieinhalb Stunden nur zu Mittaggegesssen, mit allen Gängen..., anschließend habe ich anderthalb Stunden Klavier gespielt mit einem dreiköpfigen Publikum aus lesenden Gastfamilienmitgliedern. Dann Messe, weil Sonntag, also heute keine Zeit dafür war, und anschließend das große Fondue essen mit der Equipe der Notre-Dame Kirche, derer meine Gastfamilie angehörig ist. Mit vierzig Leuten Fondue essen hat extrem viel Spaß gemacht und ich hatte viel Gelegenheit zum Erzählen. Allerdings wieder erst um zwölf im Bett gewesen. Heute morgen direkt nach dem Frühstück auf dem Weg nach Annecy gemacht, wo die Mutter meines Gastvaters heimisch ist - direkt im Stadtzentrum. Annecy ist eine wunderschöne Stadt in den Alpen, mit einem wunderschönen See und ich bin hin- und hergerissen, ob ich in Annecy oder Génève studieren werden will. Das Wetter war perfekt, perfekt auch zum Foto machen. Auf dem Rückweg der Autofahrt haben wir französische Zungenbrecher und Devinate (gibts das Wort wirklich im Deutschen? - glaube nicht: "Ratespiele"). Danke für eure Emails. Ich bin euch unendlich dankbar. Ich freue mich wahnsinnig auf euch. Liebsten Dank für Deinen Brief! Schön, wenn man durch Freundschaft alles teilen kann. Zum Antworten ist es mir leider zu spät. Evlt. nächste Woche. Denke, ich werde nächstes Wochenende noch mindestens einen Eintrag schreiben. Was danach mit dem Blog hier passiert, weiß ich nicht. Er zwar nur für "Frankreich" gedacht, aber ich habe Spaß dran gefunden. Habe gewisse Projekte im Kopf, die ich lustig wäre zu verwirklichen, aber das stelle ich sowieso erst mal so lange zurück, bis ich mich wieder zu Hause eingelebt habe, und mich schulisch wieder auf nem festen Boden bewege. Bin so gut wie zu Hause. December 09 Regenlichtmein letztes Wochenende steht also schon an. Die Woche ging schnell vorüber, sehr schnell. Im Grunde, gab es mal wieder einige negative Punkte, was die Behandlung der Internen betrifft, aber das bin ich ja gewohnt. Um genau zu sein, fanden diese Woche (und nächste Woche wieder) die Eltersprechabende statt. Hier gibt es keinen ganzen Tag für alle Schüler, sondern für jede Stufe einen Abend, dadurch sind an diesen Abenden aber ALLE Räume besetzt, inklusive den Sälen, in denen sonst die Etudes stattfinden. Dummerweise sind unsere Zimmer aber bis neun Uhr verschlossen. Ich hatte zum Beispiel Donnerstagabend fünf Stunden Etudes, weil die letzten beiden Stunden HGéo ausgefallen sind, ohne Raum/Platz/Möglichkeit zum Zurückziehen/Arbeiten, war das schlicht und ergreifend beschissen. Wir wurden letztendlich in das Zweitgebäude, in den Naturwissenschaftstrakt ausquartiert... Und nächste Woche das gleiche Spektakel. Nebenbei sind die Termine für die Sitzungen echt penibel verteilt. Ich glaube das geht hier im acht, oder neun Minutentakt. Ein Beispieltermin sieht ungefähr so aus: Mme F.: 16:57h - 17:06h. Als ob das so genau eingehalten werden könnte. ... Gestern also waren wir auf der "Fête des Lumières", in Lyon, in der Stadt des Lichtes, wie ich jetzt mittlerweile weiß. Es fing absolut genial an, es war insgesamt absolut beeindruckt einziges Haken - es hat fürchterlich geregnet, und es war bereits nach einer Stunde extrem unangenehm, da ich bis auf die Socken durchnässt war und erbärmlich gefroren habe. Jedes Jahr am 8. Dezember wird dieses Fest gefeiert und es kommen jedes Jahr mehrere Millionen Touristen in die Stadt um an den verschiedenen Plätzen, die verschiedenen Lichterspektakel zu betrachten. Erstaunlicherweise, haben mich aber fast weniger die technisch-ermöglichbaren Lichteffekte faszniert, als vielmehr die Tatsache, dass sämtliche Fenster mit Kerzen ausgeleuchtet sind. Man geht durch die Straßen und in jedem Fenster leuchten kleine Kerzchen. Ich habe leider keine (!) Photos gemacht gestern, dank des Regens, aber ich werde zur Veranschaulichung paar Bilder noch suchen im Net. Heute Abend gehen wir (irgendwo) Fondu essen, ich glaube mit einer kirchlichen Veranstaltung, und morgen geht es, egal bei welchem Wetter, nach Annecy. Das heißt mein Wochenende ist ordentlich voll, wird umso schneller (*seufz?*) vorübergehen und dann beginnt die letzte Woche. Die 5er-Woche, da es ab Montag nur noch fünf Tage bis zu meiner Rückkehr sind. Die Woche wird wahrscheinlich furchtbar, weil ich total hippelig und so voller angespannter Vorfreude auf zu Hause sein werde, dass mir die Konzentration zu allem fehlt (und die Zeit dadurch wohl überhaupt nicht voranschreitet...) Außerdem schreibe ich Mittwochnachmittag über drei Stunden das "Mock exam" mit - Vorprüfung für das Cambridge-Examen, das man hier absolvieren kann. Die Kosten liegen bei 160€ (im Grunde bekloppt, für ein Blatt Papier. Okay, es hat ne Verifizierung und ist ich-weiß-nicht-was) und gelernt wird mir einem Oxford-Buch. Verstehe das wer will. Gestern haben wir schon den Listeningpart vorgezogen, damit das Mittwoch nicht ganz so spät wird. Das war aber irgendwie geil. 40 Minuten Kassette hören, die auch sämtliche Anweisungen beinhaltete "Turn now to page 34". Quasi, Unterricht vom Band - Lehrer nicht erforderlich. Ach, was ich auch mal anmerken muss - hier gibt es jede Woche mindestens ein Mal Feueralarm. Unübertrieben. Dumm ist, dass das schon gar nicht mehr ernst genommen wird und daduch im Ernstfall die meisten der Schüler, im Glauben, es handeln sich um eine Farce, drinnen bleiben würden. Ziel verfehlt, sozusagen. December 03 GénèveDer Tag fällt eigentlich weniger unter die Kategorie "Frankreich", da ich heute in Genf war. Allerdings ist Génève francophone, französischsprachig. War extrem toll. Ich finde Genf wahnsinnig schön, zumindestens das was ich jetzt heute gesehen habe. Die alten großen Stadthäuser, liebevolle Verzierungen, ich werde vielleicht gleich zwei, drei demonstrative Bilder hochladen. Nur das Ampelsystem hat sich mir nicht ganz erschlossen. Und meine Familie war jedesmal total begeistert, dass die Ampel, bevor sie auf grün umspringt, rot UND orange ist... Die Fahrt nach Genf war mindestens genauso schön. Die Autobahn heißt die "Weiße Autobahn", und ist wunderschön angelegt. Teilweise sind die entgegengesetzten Fahrbahnen auf zwei Ebenen, oder einmal fährt man über eine Brücke, die ein Tal verbindet, in dem tief unter einem die Stadt Nuanta leuchtet. War beeindruckt. In Genf selbst haben wir ein Museum besucht, Natur- und Evolutionsgeschichte. Alles zwar schon mal gesehen, auf Französisch aber sehr interessant zum Vokabeln lernen. Teilweise waren auch deutsche Übersetzungen angegeben. Hat aufjeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Zu Essen gab es jetzt die dritte Variante einer "Tarte au sucre", heute war es aber die Beste, denn: warm und mit Himbeeren und Mandeln. Ist im Grunde auch egal, aber nachdem mir diese seltsame Spezialität das erste Mal mit einem Papptellerboden präsentiert wurde, war ich nicht sonderlich überzeugt von. Ich hoffe, euch gehts gut. Ich denke viel an euch. Keine zwei Wochen mehr!! Bis Bald December 02 CountdownWenn ich am Schreibtisch sitze und aus dem Fenster schaue, sehe ich Nachbars Garten. Wenn ich ich mich ganz an den linken Rand meines Schreibtisches setze, sehe ich Nachbars Bungalow. Jeden Samstag, während ich an meinem Schreibtisch sitzend Hausaufgaben mache, kann ich meine Nachbarin beobachten, wie sie ihre Wäsche morgens draußen aufhängt. Sortiert. Nach Hosen, Hemden, Pullover. Unterwäsche auf einem extra Ständer. In einer halben Stunde werde ich beobachten können, wie meine Nachbarin, ihre Wäsche abhängt. Auf meinem Schreibtisch steht eine Flasche "Boomerang" (25cl Alc. 5.9% vol.). Diese Flasche steht dort seit dem 4. September. Seit ich hier das erste Mal saß. Seitdem diese Flasche da steht, dient sie als Vase. Ihr Inhalt: seit drei Monaten das gleiche Wasser und die damals schon vertrockneten Blumen, sowie ein Fähnchen mit der Aufschrift "Anaelle" - der Name meiner Gastschwester. Mein Gastbruder hatte heute Damenbesuch und hat sie allen Ernstes durch dieses Haus "geführt". Ich weiß nicht, auf die Idee käme ich hier jetzt nicht unbedingt. En effet, ich bin grade ganz komisch drauf. Ich hab noch zwei Wochen von mir, keine vierzehn Tage mehr und ich fange schon an Bilanz zu ziehen, fühle mich nicht mehr bodenlos, weil ich mich momentan einfach "in" Frankreich fühle, aber dieser Boden ist nur ein Zwischenboden, bis ich wieder zu Hause bin. Das ich innerlich geteilt bin, merke ich in den Momenten, in denen ich eure Mails lese, in denen ich mit meinen Eltern telefoniere. Alex ist gestern nach Hause gefahren. Im Grunde hätte ich mitfahren können, aber ich habe das Gefühl, Frankreich "zu Ende bringen" zu müssen. Ich habe es angefangen, also beende ich es auch. Vielleicht macht es mir auch Spaß, das Gefühl des Glücklichseins aufzuschieben. Beziehungsweise, anders gesagt schiebe ich den Tag vor der Konfrontation mit der Veränderung und den Anforderungen zu Hause vor mir her. Außerdem habe ich Angst vor zu Hause. *seufz*. Insbesondere vor der Schule. Ich habe Angst davor, mich wieder neu einleben zu müssen, wieder neu einzugewöhnen. Ich habe jetzt hier in Frankreich wieder drei Wochen dazu gebraucht, bis ich mich eingelebt/eingewöhnt hatte. Ich habe Angst vor unzuerwartbaren Ereignissen, Veränderungen. Veränderungen, von denen mir keiner erzählen kann, weil sie nur für mich von Bedeutung sind. Es ist jetzt schon schmerzlich Bilanz zu ziehen, wenn ich betrachte, wer sich von meinen Freunden bei mir gemeldet hat, und wer gar nicht. Wie wird das erst sein, wenn ich zu Hause bin... Auch habe ich Angst vor dem Nachlernstoff und die Aussicht auf eine vollkommene Einspannung durch die Schule. Das ist das, was ich mit meinen Gefühl, mich geteilt zu fühlen, meine. Ich habe hier in Frankreich Boden unter Füßen, durch meine Gastfamilie, die Freunde in der Schule, die Routine im Internat, aber gedanklich bin ich teils zu Hause, teils hier. Wenn ich Mails mit Neuigkeiten von zu Hause hören, wo ich grade nicht sein kann, wird es mir umso bewusster, dass ich bald wieder in diesem anderen Leben sein werde, mit euch, und dass ich dann eine ganze Menge "aufholen" muss. Und je näher der Tag meiner endgültigen Rückreise jetzt doch rutscht, desto mehr bin ich gedanklich bei euch. Desto mehr spekuliere ich. Danke, für eure Emails, ich bin dabei zu antworten. November 25 UnspeziellDie Woche ging erstaunlich schnell rum. Es gibt grade nichts nennenswert Neues, also nichts Besonders, bis auf dass Alexander schon nächste Woche Freitag abfährt und ich dann zwei Wochen wirklich allein hier bin. Meine Eltern haben mir die Möglichkeit auch offengelassen, früher abzufahren, aber ich finde es irgendwie unnötig, das Ganze früher abzubrechen als geplant, außerdem bin ich, erstens, auf diese drei Wochen so oder so noch eingestellt, zweitens freut sich meine Gastfamilie schon seit ich da bin, dass ausgerechnet mein letztes Wochenende hier, ein Wochenende ist, an dem in Lyon ein besonders Fest stattfindet, was jährlich Millionen Touristen anlockt: "Fête des Lumières". Andergesagt, freut sich meine Gastfamilie schon seit ich in Frankreich bin, dass ich an diesem Wochenende noch da bin, um dieses Spektakel zu erleben. Ich beneide Alex nur, weil er euch alle schon wiedersieht, weil er in Deutschland ist, wenn die Franzosen da sind, und weil er schon nachlernen kann... Nachlernen ist zweischneidig zu betrachten. Ich mach soviel wie ich kann, aber ich weiß, dass die meiste Arbeit trotzdem auf mich zukommt, wenn ich zu Hause bin, also in den Winterferien. *seufz* Ich überlege grade, was ich von der Schulwoche berichten könnte, aber mir fällt nichts Rechtes ein, denn ich habe mich im wahrsten Sinne eingelebt, soll heißen, ich komme mit den langen Schultagen gut zurecht, mich stören die Etudes nicht mehr, ich versuche im Gegenteil das Beste draus zu machen. Weiterhin nervig finde ich weiterhin, dass man hier nichts lernt, außer Französisch und Englisch an sich. Aber in den Naturwissenschaften Mathe, Physique und Biologie - nur Stoff unserer Mittelstufe, das einzige was ich daraus wirklich lerne ist: Französisch... Nur Geschichte und Erdkunde könnte man was lernen, aber der Lehrer ist furchtbar, da habe ich absolut keine Lust zu. und Erkunde müssen wir "Karten zeichnen". Heißt wir kriegen eine blanke Karte eines Landes, den reinen Umriss also, ein Thema und müssen die KArte selbst gestalten, beschrifen, sortieren, und eine Legende entwickeln... Das heißt man muss nicht nur Städte, Flüsse, Gebirge lernen, + deren exakte Position, sondern je nachdem welches Thema man erwischt eigentlich auch Bevölkerungsdichte, Rohstoffvorkommen, Entwicklung, Organisation... Total bekloppt. und zudem alles absolut präzise. Weil man den Maßstab angeben können muss, muss man verschiedene Distanzen des Landes auswendig wissen, um den Maßstab ausrechnen zu können. Weiß nicht ob ich es unbedingt sinnvoll finden soll, für Deutschland brauche ich es in der Form nicht, Städte und so zu wissen, finde ich nicht unerheblich, aber für was denn Bevölkerungsdensitäten nach Gebieten auswendig lernen? Außerdem fehlt mir eine Methode für diese Anforderungen zu lernen und da mir nur noch drei Wochen bleiben, habe ich auch keine Lust mir eine anzueignen. Alex und mein freier Mittwochnachmittag hat es aberwitziges. Wir gehen direkt nach dem Mittagessen in die Stadt, kaufen Notwendiges und Kleinskram, essen einen Crêpes, kaufen die FAZ und den Spiegel und setzen uns in ein Café in der Innenstadt, mit einem absolut einmaligen Ambiente, und lesen Kaffee trinkend zwei bis drei Stunden Zeitung, unterbrochen nur von unregelmäßigen Vorlesens irgendeines Artikel, der einen sportan verwunderte... Muss mir jetzt Überlegen, was ich meine letzten zwei Mittwoche hier mache, wenn Alex nicht mehr da ist... Außerdem kann ich schon anfangen zu überlegen, wie ich meinen Koffer packe, weil Alex Freitag einen Großteil meiner Sache schon mit nach Hause nimmt - so umgehe ich die Steuern am Flughafen für Übergepäck... Insgesamt gehts mir also ganz gut, ich versuche weniger an zu Hause zu denken, mich jetzt erst nochmal auf hier zu konzentrieren, weil so die Zeit auch schneller rumgeht. An zu Hause denken bringt was, wenn in meinem Kalender steht, dass ich nur noch fünf Tage vor mir habe... Auf eure Emails (Danke!) antworte ich morgen erst, ich fahre gleich mit meinen Gastvaster nach Villefranche, um ein Weingut zu besuchen, weil hier zurzeit Fest des neues Weins ist. Bis Bald November 19 VerwunderungZum Glück wundert mich ja nichts mehr. Gestern Abend war ich mit meiner Familie noch im "Kino". Wobei "Kino" hier erstens sowieso differenziert betrachtet werden muss (allein die Eintrittskarten: weißes, butterbrotpapierdünnes Papier - Stempel drauf mit Nummer fertig...) wir zweitens gestern keinen Film gesehen haben, sondern eine Filmvorführung. Soll heißen, uralte Filme, wahrscheinlich sogar wirklich auf Rolle, schwarz-weiß ohne Ton, mit eingeblendeten, schriftlichen Erklärung bzw. wörtlicher Rede und das Ganze musikalisch live von Klavier und Flöte unterlegt. Ich muss sagen, so absurd es war, ich habe es genossen. Ich wollte schon immer mal so alte Filme, rein aus Interesse an der Art des Humors sehen. Der ganze Abend hat mich erheitert, weil ich dieses ganze Ambiente sehr seltsam wahrgenommen habe. Man geht ins Kino, kriegt eine eigenartige Kinokarte, und wird dann erst mal mit Baguette und Käse, sowie Saft und Wasser begrüßt, bevor man "ins Kino geht". Und das Kino selbst, mit seinen uralten Sitzen, die sich in die umgekehrte Richtung anheben, soll heißen, die vorderen Reihen, sind höher, als die hinteren, die Sitze also ein bisschen gekippt, und dann die Rede vor der Filmvorführung und gleichzeitig die Bitte, dass doch bitte sechs Männer am Schluss dableiben, um das Klavier anschließend von da nach da zu karren. Die Französische Mentalität ist einfach viel offener, weniger anonym, weniger verklemmt, was sowas betrifft. Stellt euch mal vor, in Deutschland würde die "Gäste" gebeten werden, irgendwas zu arbeiten... Gestern fand ich das wundersam. Und heute nur so Erlebnisse. Zuallerst mal, muss ich ganz einfach sagen, dass wir abgeschoben wurden. Wir Kinder. Meine Gasteltern hatten eine Versammlung mit den Kirchen-ich-weiß-nicht-was und diese Réunion dauerte den ganzen Tag, weswegen wir zu der Schwester meiner Gastmutter gebracht wurden "damit wir nicht den ganzen Tag allein zu Hause rumhängen". Was habe ich bei meiner Gasttante gemacht - rumgehangen (rumgehongen? rumgehungen? *verwirrt*). Mir dir Zeit mit lesen vertrieben: weil es geregnet hat, mein Gastbruder gelernt, meine Gastschwester mit Puppen gespielt hat (und wenn ich mit eins noch nie etwas anfangen konnte, dann sind es "Puppen" - habe ich einfach noch nie einen Sinn für gehabt). Ja, wären wir hier gewesen, hätte ich Klavier spielen können, bequem im Bettliegend lesen, meinetwegen auch lernen, aber auf jeden Fall etwas anderes als sinnlos rumgeh*ngen. Außerdem war diese Person einfach zu "bizarre", nicht im deutschen Sinn bizarr, sondern bisar halt. Okay, ich suche ein deutsches Wort, ähm, lassen wir es bei "eigen". so wie natürlich alles in Frankreich. Aber mich wundert ja nichts mehr, auch nicht, dass eine alleinlebende Frau, mittleren Alters, einen fanatischen Katzentick hat, drei Katzen hat, und überall, und zwar wirklich überall wo man hinguckt im Haus, Katzenfiguren rumstehen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Auf dem Kamin, auf der Fensterbank, im Regal, im Schrank, auf dem Tisch, im Blumentopf, dann Bilder, Teppiche, Postkarten, Tischdecken - alles mit Katzenmotiven. Mich wunderte es nicht, dass jemand sein Gäste-WC unter der Treppe hat, und dass jemand in einem riesigen Korb im Gäste-WC unter der Treppe, Klopapierrollen aufbewahrt, und dass gegenüber von der eigentlichen Toilette ein bodentiefer Spiegel ist... Mich wunderte es letztenlich auch nicht, auf der Gästetoilette einen "selbstbefeuchtenden-Adressstempel-in-verschiedenen-Farben" zu finden. Und zu allem Überdruss, hieß die Madame "Claudille", Spitzname, "Clau", sprich "Klo". Amen. A propos, die Messe heute übrigens war magnifikant. es wäre schließlich verwunderlich gewesen, wenn wir nicht in der Kirche gewesen wären. Bis Bald. Auf eure Emails, kann ich erst nächste Woche antworten! Vielen Dank dafür. Sie haben maßgeblich zu meiner guten Laune in den letzten 24h beigetragen! November 18 BodenlosIch habe endlich wieder Internet. Letzte Woche hat das nicht geklappt, weil meine Gastfamilie aus unerklärlichen Gründen eine „zusätzliche“ Breitbandverbindung eingerichtet hat. Ich nenne es mal „zusätzlich“, weil ich keinen Bedarf dafür sehe… Fakt ist nämlich, dass meine Familie nicht in der Lage ist, diese Breitbandverbindung für mehrere Computer freizugeben, sodass ich mich immer nur dann mit der Benutzerkennung meiner Familie einwählen kann, wenn diese selbst grade keinen Bedarf haben… Vorher hatten wir einfach ein Heimnetz, WEP-verschlüsselt und das war doch wunderbar… *seufz*
Habe grade schon ein paar Email geschrieben, ich habe zwar „nur“ noch vier Wochen von mir. (nur noch vier Wochen!) aber es ist Zeit, die auch Warteschleife heißen könnte. Es ist eine beschränkte Zeit, die bald zu Ende sein wird, deren Ende absehbar ist, deren Ende ein festes Datum hat, auf dass man „hinarbeitet“ und die Zeit bis dahin wird halt „abgesessen“. Ich habe in zwei, drei Mails schon definiert, dass meine Gemütslage hier auf einem Gefühl von „Bodenlosigkeit“ beruht. Begleitet von Rastlosigkeit. Dabei geht es mir eigentlich gut. Ich kann es mir, den Umständen entsprechend, eigentlich nicht besser vorstellen. Das ist ein Widerspruch in sich, fällt mir grade auf. Was soll’s. Fakt ist, dass meine Familie, so eigen sie auch ist, liebreizend ist, und alles versucht um mir meinen Aufenthalt so schön wie möglich zu machen. Ich bin hier so herzlich aufgenommen, so selbstverständlich…
Trotzdem ist es eine Zeit des „Zeitüberbrückens“, Zeittotschlagen ist mir zu negativ. Ich weiß, dass mir der Abschied von meiner Gastfamilie schwer fallen wird. Für euch vielleicht unverständlich, aber ich verstehe, dass ich für die Zeit die ich dann hier war, akzeptiert habe, dass diese Familie mein „zu Hause“ ist, etwas wo man sich wie „zu Hause“ fühlen kann. Wo man lacht, isst, schläft, sich zurückzieht, Erfahrungen gemacht, Dinge erlebt…
Andererseits halte ich meine Stimmung dadurch aufrecht, dass ich mir in aller Deutlichkeit die Tage vorstelle, wenn alles vorbei geht. Manchmal freue ich mich auf den Moment, wenn ich hier meine Koffer ein letztes Mal packe (und endlich weiß, dass das halbe-Jahr-aus-dem-Koffer-leben vorbei ist!!!). Manchmal freue ich mich schon nur auf den letzten Schultag hier, wenn ich das letzte Mal in diesem elenden Gefängnis gesessen habe, manchmal freue ich mich auf den Augenblick, wenn ich in den Flieger steigen werden, manchmal auf den, meine Familie in den Arm zu nehmen. Manchmal stelle ich mir den Tag vor, wenn ich euch wieder sehe. Wenn ich durchs Schultor gehe und sagen kann, hier „bleibe“ ich. Und mit „Bleiben“ meine ich das Gefühl, wieder Boden unter den Füßen zu haben.
Außerdem kriege ich aus Deutschland zurzeit nicht wirklich gute Neuigkeiten.
Eigentlich hatte ich letzte Woche vorgehabt, zu schreiben, wie ich die zwei Wochen erlebt habe, die ich in Deutschland zur Schule gegangen bin, aber das ist grade seltsamerweise schon wieder so weit weg. Das Gefühl der Bodenlosigkeit hatte ich da ja auch schon. Zudem war die Zeit in Deutschland viel zu kurz. Ich konnte gar nicht alles machen, was ich gerne gemacht hätte. Am schlimmsten war aber, dass ich mich nicht mit allen beschäftigen konnte, dass ich nicht dazu kam, mit allen zu reden, mit denen ich gerne geredet hätte.
Ach, nebenbei, ich wollte nach meinem letzten Eintrag wirklich Bilder hochladen, aber das hat sich nicht einrichten lassen, weil meine Internetverbindung an dem Tag zu schwach war um die, zwar bereits komprimierten, aber trotzdem hohen, Datenmengen hochzuladen. Vielleicht mache ich das heute Nacht, wenn sonst keiner des Breitbandes bedarf… *seufz*
Ich vermisse euch, bis bald…
October 07 Wenn Vertrautes fremd ist...Ich bin zu Hause =) und hier ist alles ganz ungewohnt... seltsames Gefühl nach Hause zu kommen und die sonst gewohnte Umgebung, gewohnte Menschen, gewohnte Bilder, gewohnten Geruch neu zu empfinden. Meine letzte Woche war sehr wechselhaft. Einerseits die Freude auf zu Hause, andererseits waren ein paar Mitschüler, mit denen ich sonst viel zu tun hatte, in Spanien, weil sie an nem Austausch teilgenommen hatten. Wir haben eine Menge Tests zurückgekriegt und Noten erhalten, ich habe Unmengen Fotos von den Leuten gemacht, von denen ich morgen eine Auswahl hochladen werde, wir haben unser Klassenfoto gekriegt (von dem es zwei Versionen gibt - eins ist ok, das andere ist total daneben... werde meins mal einscannen evtl.) Die Woche war schon so gewohnt, dass mir grade kaum was einfällt zum Schreiben. Nur dass diese Woche in den Etuden wirklich langweilig war, weil ich bis Mittwoch meinen Brief fertig geschrieben hatte, um ihn noch einwerfen zu können und dadurch aber einfach rein gar nichts in den Etudes zu tun hatte... Gott, da fängt man dann entweder so Sachen an, wie irgendwas auswendig zu lernen, oder mal wieder Geschichten zu schreiben über unseren Frankreichaufenthalt und so unnötige Sachen, die man zu Hause nie machen würde... Unser freier Mittwochnachmittag war ebenso unspektakulär, weil wir nur in der Stadt waren um halt das Übliche einzukaufen und anschließend einfach mal wieder kreuz und quer durch Bourg-en-Bresse spazieren gegangen sind, um uns schließlich auf ner Parkbank niederzulassen und einträchtig sämtliche Artikel des "Spiegels" zu lesen... Unsere Sprüche sind mittlerweile alle auf einem Niveau: Man labert viel, wenn der Tag lang ist... und der arme Alex ist total deprimiert, dass er es noch zwei Wochen in Frankreich aushalten muss. Der ist fix und fertig und hat das Wochenende auch kein Internet mehr und muss mit ins Theater... der ist begeistert... Benedikt hat jetzt auch schon angedroht, früher abzureisen... gut, der hats auch nicht nötig, noch länger zu bleiben - der schreibt bessere Noten als die Franzosen in allen möglichen Fächern und erzählt manchmal Romane von Gott und der Welt... Mein erster Flug war, na ja, amüsant... als ich mich von meinem Gastvater verabschiedet habe und durch die Sicherheitskontrolle bin, war noch alles okay. Habe mich dann da in diese Wartedingshallen gesetzt, weil ich noch ne halbe Stunde Zeit hatte... Nach 45 Minuten habe ich dann Panik gekriegt, weil keinerlei Durchsage kam und mein Flieger laut Ticket schon vor zehn Minuten weggeflogen war... nach 50 Minuten - ich, den Tränen nahe - kam dann endlich die Erlösung: das Flugzeug hat mindestens eine Stunde Verspätung... Das Fliegen selbst dann fand ich toll, bei Nacht über große und kleine beleuchtete Lichtermeere war toll... Die Ankunft und das Wiedersehen meiner Eltern und meines Bruders war noch besser. Es ist ein nicht zu beschreibendes Gefühl, jemanden wieder in die Arme zu schließen, denn man "so lange" nicht gesehen hat. Dabei waren es jetzt nur fünf Wochen, andere gehen gleich für ein ganzes Jahr weg... Deshalb auch abends noch bis um ein Uhr erzählt und Mousse-au-chocolat gegessen^^ Heute morgen wurde ich schon angerufen und willkommen geheißen und für heute Abend eingeladen, darauf freue ich mich grde und deswegen lade ich die Bilder jetzt auch noch nicht hoch, weil ich da grade keine Zeit für habe. Ich würde gerne dieses Gefühl beschreiben, nach Hause zu kommen. Ich habe mich jetzt fünf Wochen an ein völlig anderes Leben gewöhnt und bin jetzt wieder "zu Hause". Man macht sich so komische Gedanken darüber was "zu Hause" eigentlich ist, wie es aussieht, wie es sich anfühlt, wie es riecht... Irgendwie toll... Mit meinem Vater war ich heute schon in der Stadt, der hat es total genossen mich um sich zu haben, lol^^ Die nächsten paar Wochen werde ich nicht mehr schreiben, mein letzter Eintrag also vorerst, die Bilder lade ich morgen noch hoch, für die, die es interessiert, ansonsten wünsche ich euch schöne und erholsame Ferien! October 01 FamilientagMomentanes Befinden: extrem hippelig. Den ganzen Tag über total genervt, wollte einfach nur in irgendeinem Bett liegen, schlafen und nichts tun, stattdessen mal wieder Kirchen besichtigt und ne Messe "pour les jeunes" besucht. Jeunes ist hier irgendwie sehr weitläufig. Die Messe war höchstens für unter 10jährige gedacht... und der Pfarrer war mir zu allem Überdruß höchst unsympathisch. Was solls... Ansonsten war das heute ganz cool. Wir haben die Großeltern väterlicherseits besucht und die wohnen in einem richtigen alten, teuren Viertel von Lyon auf dem Berg mit einer geilen Aussicht, aber schwer zuwegbar durch steile Serpentinen in Häuserschluchten. Aber wir haben drei Stunden gegessen. Das gibts nicht. Das ist so eine Zeitverschwendung hier. Also natürlich isst man nicht die ganze Zeit, aber so lange sitzt man aufjeden Fall am Tisch. und das war fast vornehm - mit zwei Gläsern, zwei Messern, usw... Und das beste Silberbesteck, total schwer mit zahlreichen Gravuren und Verzierungen... Total schön... Zuerst gabs zum Empfang irgendwelche Knabbereien, dann Salat (mit Baguette), dann Reis mit Pilzen, Hühnchen und Omelette (dazu Baguette), dann einen geilen Käse (mit Baguette) und zu guter letzt Obstsalat mit unverschämt guten "Gourmandise". So leckere Teilchen habe ich noch nie gegessen. Hammer. Mandelkrokantblatten, kleine knatschige Meringuen mit Nougat und bester Schokolade gefüllt... Fies, echt fies... Gestern war sehr unspannend. Gearbeitet und etliche Stunde Klavier gespielt und abends ein Reaktions- / Schnelligkeitsspiel gespielt. War cool... Mache Schluss, ist spät und morgen heißts frühaufstehen für die vorerst letzte Woche. Ist also auch mein vorerst letzter Eintrag bis auf Weiteres... Mal schauen, eigentlich gehört ja auch Ankunft noch bisschen mit rein... Okay. Achso, habe vergessen zu erzählen, warum ich hippelig bin - nach dem anstrengenden, langweiligen Tag, haben wir auf der Rückfahrt im Auto angefangen komische französische, aber auch internationale Lieder zu hören und zusammen mit meinem Gastschwesterchen gesungen und anschließend habe ich ihr aus einem Kinderbuch vorgelesen und weil das nicht schlecht geklappt hat und wir viel zu lachen hatten, extrem viel zu lachen, bin ich grade total aufgekratzt... Bonne nuit. September 29 incorporationeiner Woche voller Heimweh, aber auch vieler positiver Eindrücke. Wir haben jetzt offiziell zwei Stunden Zeit, in denen wir drei Deutsche für Deutschland arbeiten können, das ist sehr positiv. Die Franzosen haben in dieser Zeit TPE, ein Fach für das es keine Entsprechung gibt in Deutschland. Es wird in dDreier-Gruppen an einem Projekt unter einem Großthema gearbeitet, eine Problematik entwickelt und eine Präsentation ausgearbeitet. Das Großthema ist für alle Zweige (naturwissenschaftlich, sprachlich, sozialwissenschaftlich) gleich: Der Mensch und die Natur. Und die Gruppen können dann an eigenem Unterthema arbeiten, unter Berücksichtung ihres Schwerpunkts. Die Benotung und Präsentation dieses Langzeitsprojekts erfolgt im März, ist für uns also uninteressant und wir sind freigestellt um für Deutschland zu arbeiten, wie gesagt. Während wir die Zeit nun aber auch nutzten um uns Mathe anzueignen, überkamen uns stille Zweifel, ob wir nicht doch zu viel verpassen... immerhin verpassen wir wöchentlich fünf Schulstunden und dann kommen noch mal Hausaufgaben dazu... Insgesamt haben wir schon mehr als 100 Schulstunden verpasst. Eigentlich erschreckend... Die Woche haben wir viele Tests geschrieben, teilweise, na ja, amüsant, Mathe zum Beispiel, teilweise grauselig, HGEO anglais zum Beispiel. Aber wir haben auch einen ersten Test zurückgekriegt, nämlich unserer Autobiographie aus Französisch, die unbenotet blieb. Für uns zumindest. Ich habe katastrophal viele Fehler, mehr als die anderen beiden, dafür ist mein der Text der litteraristischste. Ganz toll... wir haben die Fehler mit unserem CDI-Surveillant verbessert, der, wie glaube ich schon geschrieben, neun Monate in Deutschland gelebt und studiert hat. Mittwochnachmittag haben wir mal wieder in der Stadt mit einkaufen und so Sachen verbracht. Außerdem hat sich Alexander zum Frisör getraut, von denen es hier ja wirklich en masse gibt, die aber noch nicht mal fähig sind, diese Umhänge, die die Kleidung vor den Haaren schützen sollen, richtig anzubringen. Der arme Alex ist bald gestorben... Anschließend wollte ich eigentlich noch was mit einem Franzosen machen, der in meiner Klasse ist, aber das hat lustigerweise irgendwie nicht so ganz geklappt, weil er sich mit mir da-und-da treffen wollte, und ich da-und-da aber nicht hatte verstehen wollen, und daraufhin da-und-da eine kurze Zeit lang gewartet habe, mir dachte, dass ich sehr wahrscheinlich falsch bin und ohne Handy und ohne Anhaltspunkt ihn auch nicht finden würde. Bin dafür zwei Stunden allein, in aller Freiheit quer durch Bourg-en-Bresse gelaufen, durch Fußgängerzone, Gassen, Hauptstraßen, Unterführungen, Parks, und habe es genossen. Außerdem habe ich die Zeit genutzt um die Tanzschule zu suchen. Anschließend habe ich mich in einen x-beliebigen Park auf ne Bank gesetzt und nichts gemacht. Als ich gegen fünf zur Schule zurück ging, lief mir der Franzose über den Weg der mich zwei Stunden gesucht hatte und sich total Sorgen gemacht, weil mich irgendein Freund von ihm mit irgendeinem alten Mann hatte sprechen sehen und mich schon für gekidnapped gehalten hatte. In den Études fingen dann meine Kopfschmerzen an, die ich bis Donnerstagabend nicht loswerden wollte. Außerdem kamen Gliederschmerzen und Halsschmerzen hinzu und Schüttelfrost. Nachts konnte ich nicht schlafen, weil mir kalt und heiß gleichzeitig war, Donnerstag bin ich mit drei Jacken rumgelaufen, weil mir so von innen heraus kalt war, wobei Donnerstag sowieso einfach nicht mein Tag war. Morgens also unausgeschlafen, verfroren angefangen, in der ersten Stunde schlechte Neuigkeiten erfahren, anschließend ins Kino, und mit Kopfschmerzen einen bewegenden Film auf englisch mit französischen Untertiteln über den Civil War in Ireland 1920 gesehen. Zum Mittagessen gabs nur fleischhaltiges Zeug zu meinem Spott, dann hatten wir Sport, weiterhin verfroren mit Kopfschmerzen und zu allem Unglück Sprintübungen, die ineffektiver nicht sein könnten. Dabei eine Partnersprintübung, bei der mich mein Partner so nett umgenietet habe, dass ich selten unglücklich auf meinen Oberschenkel gefallen bin. Der Sportunterricht war also auch eher gelaufen für mich. In den folgenden zwei Stunden, in HGEOangl haben wir dann wir schon gesagt einen Test geschrieben über den am Morgen gesehenen Film, was ja noch gegangen wäre, aber leider in Anknüpfung an die vorangegangen Stunden, in den wir behandelt haben, wie man historisches Material analysiert und das war dann wieder nicht ganz so einfach. Ich bin Donnerstagabend also sehr dankbar ins Bett gefallen. Heute gehts mir wieder gut. Ich hatte glaube ich einen Sonnenstich von meiner Wanderung durch Bourg-en-Bresse. Freitag ist ein sehr ungewöhnlicher Tag, zumindest, weil man nicht weiß wie man ihn empfinden soll. Rein Stundenplanmäßig ist er der furchtbarste, aber dafür ist er der letzte Tag der Woche und man freut sich gleichzeitig aufs Wochenende. Ach, ich habe was essenstechnisch Tolles entdeckt, was ich am Anfang absolut suspekt fand, aber nachdem ich es jetzt ausprobiert habe, viel zu gut finde. Hier wird ja nicht aus Tassen getrunken, sonderen aus Schalen, "boule" genannt", und die Franzosen tunken in ihr Getränk einfach alles Kohlenhydrathaltiges was man zum Frühstück verzehren kann. Samt Belag. Also Baguette mit Marmelade oder Nutella, Croissants, Zwieback oder Keks in Kaffee, Kakao, Milch oder Tee. Das klingt eklig, ich habs vier Wochen nicht ausprobiert, aber Donnerstag gab es so frisches Baguette wie noch nie und da ich eh nicht gut drauf war, hab ich das ausprobiert und fands einfach zu gut. Noch eine Sache, die mir spontan einfällt, Alex hat sich die Woche darüber aufgeregt, dass ich in den Études manchmal ellenlange Briefe in kleinster Schrift (und es geht übrigens immer noch kleiner^^)schreibe, weil er sich manchmal so arg langweilt. Also trug ich ihm auf, mir einen inhaltslosen Brief zu schreiben, worauf ihm aber nichts einfiel. Genervt, weil ich in Ruhe weiterschreiben wollte, gab ich ihm drei sinnlose Wörter vor, drei Charaktere und daraus sollte er eine Geschichte schreiben. Aus der einen Geschichte wurden mittlerweile 5 à je ungefähr zwei Seiten, weil es ihm die Zeit vertreibt und Spaß macht, das, was wir hier erleben aufzuschreiben und in eine andere Form mit einer anderen Rahmenhandlung zu bringen. Als ich die erste in den Études gelesen habe, hätte ich heule können vor lachen... Vielleicht tippe ich morgen mal eine ab... ich sag mal Gute Nacht, ich weiß nicht, wann ich wieder schreiben, morgen habe ich nichts vor, und Sonntag fahren wir Lyon, da weiß ich nicht wann ich zurückkomme. Habe mich übrigens wahnsinnig über eure Mails gefreut - danke. September 24 wie man seine Zeit auch verbringen kann...ich saß heute knapp vier Stunden in der Kirche... Ich war morgens erst laufen, dann gings in die Messe (meine Gastmutter war Vorsängerin) und anschließend noch irgendein Vorstellungsdings des neuen Pfarrers im Hinterhäuschen mit Plätzchen und Orangensaft. Zu Hause Mittagessen und dann freie Zeit, die ich mit Bilder zusammen suchen verbracht habe... Nachmittags dann wieder in die Kirche weil dort ein Konzert der "Les petits chanteurs à la croix de bois" war. Anscheinend ziemlich berühmt auch weltweit. Ein eta 30köpfiger Knabenchor 9-15jähriger. Die besuchen irgendne besondere Schule auch und unternehmen Tournéen und so Sachen und war schon eindrucksvoll. Aber ich habe jetzt raus, dass die bequemste Position auf Kirchenbänken grade zu sitzen ist. Also anders gesagt, grade und angestrengt zu sitzen ist das am wenigstens unbequemste so auf Dauer. Weil meine Eltern normalerweise pünktlich um 21h anrufen, bin ich um 21h ans Telefon gegangen - unter Gelächter, dass die Deutschen immer "à la pille" - pünktlich auf die Minute wären - und hatte erst mal einen Franzosen am Hörer, den ich weiterleiten musste... Als der dann aufgelegt hat, hat es keine zwei Sekunden gedauert bis das Telefon wieder geklingelt hat^^ Aber wenn ich den Tag mal so in Stunden zusammenfassen - erste mal 1,5h in der Kirche, 1h Mittagessen (das Essen dauert hier ewig mit allen Gängen und drumherum), frei, 0,5h goûter, also Brotmalzeit, zweite mal 2,5h Kirche, 1h Abendessen... macht 4h Kirche und 2,5h Essen. 6,5h des Tages mit Sachen verbracht, die zu Hause höchsten 30min brauchen... Danke für eure Mails. So langsam kriege ich zwar echt nen Horror vor dem was ich alles verpasse, aber ich bin hier gut abgelenkt... Auf in die nächste Woche, vermisse euch. September 23 ein samstagHeute morgen war ich laufen. Immer grade aus, ohne aufhören zu wollen. Immer noch eine Ortschaft weiter. Noch eine Kreuzung. Noch ein Ortsschild weiter. Den Tag über habe ich "gearbeitet", gegessen..., rießige Insekten fotographiert (das nicht zu benennende Ding war handgroß), Bilder zusammengesucht (--> morgen werde ich sie hochladen, wenn meine Familie es endlich gebacken kriegt mir die Fotos von dem Acrobranche zu geben....), und abends war ich mit Alex und seinem Gastbruder (Bradlers Double^^) im Kino. Ja, Kino. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal in einem weniger guten Kino wart, aber das war deutlich das schlechteste, dass sich mir vorgestellt hat. Die Saalgröße belief sich auf schätzungsweise 70 Plätze, die Sitze angebracht auf einer Ebene. Die Projektionsfläche war gering, und die Tonqualität grauenhaft. Man hat nebenher immer die Filmrolle rattern gehört. ... Nebenbei ist mir der Kern der Geschichte des Films entgangen, von daher kann ich sagen, dass sich das irgendwie nicht gelohnt hat... Guten Nacht meine Lieben. Ich vermisse euch. September 22 Von Nettig-, Neuig- und NervigkeitenAlors, mes amis. |
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